Vermessungskosten beim Hausbau

Vermessungskosten beim Hausbau
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Ein Posten der Baunebenkosten, der sich über einen relativ langen Zeitraum zieht, sind die Vermessungskosten. Dabei beginnt die Vermessung des Grundstückes schon vor dem eigentlichen Hausbau statt und ist eine der Unterlagen für den Bauantrag / die Erteilung der Baugenehmigung.

Aber es folgen mit der Grob- und Feinabsteckung und der Gebäudeeinmessung noch weitere Vermessungspunkte, die ebenfalls zu den Kosten beitragen. Lesen die unterschiedlichen Schritte und die Vermessungskosten.

Vermessungskosten im Schnell-Überblick

ca. 1.500 bis 2.500 Euro

Inhalte einer Vermessung

Die Vermessung wird durch ein Vermessungsbüro bzw. Vermessungsingenieure durchgeführt (war in unserem Fall Sprick & Wachsmuth).  

Inhaltlich ist die Abfolge der Messungen dabei meistens wie folgt:

  1. Amtlicher Lageplan inkl. einer Höhenmessung (für den Bauantrag)
  2. Objektbezogener Lageplan (für den Bauantrag)
  3. Grob- und Feinabsteckung (für den Baustart, d.h. Bodenplatte
  4. Gebäudeeinmessung (nach dem Rohbau / Fertigstellung des Hauses)

Amtlicher Lageplan

Bei jedem Bauvorhaben wird ein amtlicher Lageplan für den Bauantrag bzw. die Baugenehmigung benötigt. Ein öffentlich bestellter Vermessungsingenieur (hier gibt es eine Übersicht mit PLZ-Suche).

Auf den Vermessungsunterlagen werden dann noch Gebäude, Bäume, Auffahrt sowie ggf. vorhandene Hecken verzeichnet. Gleichzeitig ist der Grenzverlauf eingezeichnet.

Von der Auftragserteilung bis zur Lieferung der Unterlagen betrug die Dauer bei uns ca. 2 Wochen.

Objektbezogener Lageplan

Mit dem amtlichen Lageplan, haben sie bereits den ersten Schritt getan. Im Folgenden werden die Bauzeichnungen und Schnitte vom zu errichtenden Haus, die der Architekt erstellt hat, in den amtlichen Lageplan übertragen.  

Dabei werden auch die Abstandsflächen, sowie ein Flächennachweis, in dem die überbauten Flächen dargestellt sind, in den Lageplan eingetragen. Die ist insbesondere für die Grundflächenzahl (GRZ) wichtig.

Der objektbezogene Lageplan ist ebenfalls Teil des Bauantrages.

Grob- und Feinabsteckung

Nach der erteilten Baugenehmigung kommt es zunächst zu der Grobabsteckung und dann zu der Feinabsteckung.

Mit der Grobabsteckung wird auf dem Grundstück die Baugrube sowie dessen Tiefe vermerkt. Die Grobabsteckung kann vom Vermesser ausgeführt werden, oder ebenso vom direkt vom Baubetrieb. 

Mit der Feinabsteckung wird die Lage der Bodenplatte konkretisiert und damit die Lage des zukünftigen Hauses. Auch hier kann die Ausführung durch einen Vermesser oder das Bauunternehmen erfolgen. 

Gebäudeeinmessung

Im Hamburg gilt: „das Hamburgische Vermessungsgesetz Grundeigentümer [verpflichtet] dazu, alle in ihrem Grundriss veränderten oder gänzlich neuen Gebäude auf ihre Kosten einmessen zu lassen.

Der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung überwacht die Gebäudeeinmesspflicht und informiert betroffene Grundeigentümer. Nach Fertigstellung des Gebäudes erfolgt dann die Aufforderung zur Erteilung des vorgeschriebene Auftrags. „

Ein Gebäude kann in Hamburg demnach als einmessungspflichtig beschrieben werden, sobald das Gebäude fertiggestellt ist (siehe LGV 01/2016 – 3.3). Dies ist aber im Wesentlichen abhängig vom Bundesland, da zum Beispiel in einigen Bundesländern bereits ein Rohbau als einmessungspflichtig gilt.

Die Vermessungskosten: Damit müsst ihr rechnen!

Die Vermessungskosten sind nicht freiwählbar, sondern muss sich an der Vermessungsgebührenordnung orientieren, daher sind hier Preisverhandlungen auch eher unüblich bzw. kaum möglich.

Auf einen Kostenvoranschlag sollte man aber dennoch nicht verzichten.

Grundsätzlich kann mit Kosten in Höhe von 1.500 bis 2.500 Euro kalkuliert werden, abhängig davon, wer die Grob- und Feinabsteckung übernimmt, ein Vermesser oder das Bauunternehmen.

Zusätzliche Kosten für eine Grundstücksteilung

Bei der Teilung eines Grundstücks (wie bei uns) kommen dann pro Partei auch noch mal die Grundbuch- und Notarkosten hinzu. Hier kann mit ca. 0,5% des Grundstückkaufpreises gerechnet werden.

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