Küche kaufen: Unsere Erfahrungen & Tipps

Küche kaufen: Unsere Erfahrungen & Tipps
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Für jeden Hausbauer ist es sicherlich einer der aufregendsten Termine: der Küchenkauf. Leider hat dieses an sich schöne Thema auch relativ viele Schattenseiten. Eine mangelnde Transparenz bei der Preisgestaltung, Mondpreise von großen Küchenstudios und windige Verkäufer sind oftmals keine Seltenheit. 

Wir berichten über unsere Erfahrungen und geben Euch Tipps, wie ihr trotz der Intransparenz einen guten Preis herausholen könnt.

Das Verkaufsgespräch: Es läuft immer gleich ab

Wir haben uns im Bekanntenkreis ausgetauscht, ich habe einige interessante Artikel auf WiWo.de & FAZ.net gefunden – und wirklich, der Ablauf eines Verkaufsgesprächs ist scheinbar immer gleich. 

Zunächst gibt es eigentlich zwei Termine (man sollte sich für beide einen Termin holen; Spontanität war jetzt meistens bei unseren Gesprächen nicht gerade eine Stärke). Wir hatten uns Angebote eingeholt von:

  • Küchen Aktuell (scheinbar der Platzhirsch),
  • Küche & Co und
  • Förde Küchen 

Sondierungstermin

Wir haben bereits grobe Vorstellungen, was wir uns vorstellen könnten und haben auch den fertigen Grundrissplan dabei. Der Verkäufer fragt uns nach dem Preis und wir entgegen: „Wir hätten gerne eine gute, gehobene Küche.“ – lasst den Verkäufer kommen; ihr könnt laut den Erfahrungen aus „Clever Küchen kaufen“ ca. 50% der Kosten vom ersten Vorschlag sparen (also nach Blockverrechnung etc.).

Erfahrungsgemäß dauert der erste Termin ca. 2 bis 3 Stunden und der zweite Termin noch mal ungefähr 2 Stunden.

Planungstermin

Der zweite Termin bestand nun darin, dass der Verkäufer einmal am Computer zeigt wie eine Küche aussehen könnte. Da war schon cool. Dann wurden noch einzelne Elemente ausgetauscht, die uns nicht gefielen und so näherte man sich der Küche. Dabei wurden die Oberflächen der Küche (Volllack) ausgewählt, die Farbe (weiß, matt) und ggf. die Griffe (bei uns grifflos) bestimmt sowie die Arbeitsplatte (Holzoptik).

Dann kamen die Spüle und die Armaturen hinzu und schließlich die Elektrogeräte – hier war uns die Selbstreinigung des Backofens (Fachbegriff Pyrolyse) wichtig und der Backofen sollte als Einbauvariante umgesetzt werden. Bei der Dunstabzugshaube müssen wir gerade klären, welche Besonderheiten sich aus dem KFW55-Standard ergeben.

Was die Kosten & Preise einer Küche nach oben treibt

Die Fronten

Die Preise einer Küche werden im wesentlichen bestimmt von den unterschiedlichen Fronten (von günstig nach teuer):

  • Melaminharz
  • Schichstoff
  • Folie
  • Lacklaminat
  • Lack
  • Acrylglas
  • Glas
  • Furnier
  • Massivholz

Die beliebtesten Fronten bilden die „Lack-Fronten“, die relativ pflegeleicht und stoßfest sind und dabei auch noch genau unserem Geschmack entsprachen. 

Die Arbeitsplatten

Auch bei den Arbeitsplatten gibt es natürlich unterschiedlichste Materialien, aus denen gewählt werden kann. Typischerweise umfasst die Auswahl hier:

  • Schichtstoffe in unterschiedlichen Optiken
  • Mineralstoffe
  • Granit
  • Massivholz

Zunächst hatten wir uns eine Massivholzplatte ins Auge gefasst, aber diese hat leider viele Nachteile wie eine hohe Pflegeintensität, darf nicht zu sehr in Kontakt mit Wasser kommen, kann aufquellen und bei heißen Töpfen unschöne Brandränder bekommen.

Preisverhandlungen / Preisberechnung

Nachdem wir alle Auswahlmöglichkeiten durchgegangen waren, kamen eigentlich immer die Preisberechnungen, die aber für den Laien komplett intransparent sind.

Die ersten Kosten lagen zum Beispiel bei Küchen Aktuell bei ca. 23.000 Euro; dann sagte der Verkäufer etwas von Blockverrechnung und schon hatte der Computer den Preis auf 15.000 Euro reduziert. Ohne dass wir etwas zu dem Preis gesagt hatten, meinte der Verkäufer damit geht er jetzt noch mal zu seinem Chef und schaut was er machen kann. Als er wieder kam (vom Rauchen?), sagte er, dass er uns die Küche für 13.500 Euro anbieten könnte.

Bitte nicht vergessen: Bis jetzt hat man eigentlich noch gar nicht verhandelt und die Kosten hat der Verkäufer nicht wirklich reduziert – die Preise waren einfach nur viel zu hoch angesetzt.

Ich habe mich in dem Buch „Clever Küchen kaufen“ schlau gemacht und dort einige der Tricks übernommen. 

Die Tricks der Verkäufer

Die Verkäufer haben einen ganzen Blumenstrauß an unterschiedlichen Tricks und Schubladen, auf die sie zurückgreifen können. Ich nenne einige, auf die ihr achten solltet.

Unterschiedliche Preisblätter

Der Verkäufer bekommt vom Hersteller unterschiedliche Preisblätter, d.h. nicht nur ein Preisblatt für einzelne Schränke, sonder zum Beispiel 3 Preisblätter. Dabei unterscheiden sich die Preisblätter in der höhe des Preises und damit auch mittelbar in der Verkäufermarge. Je nachdem, was der Verkäufer denkt, wie viel beim Käufer möglich ist, wählt er ein Preisblatt mit einem hohen Preis.

Unterschiedliche Qualitätsstufen

Nachdem der erste Preis zu hoch war, lässt der Verkäufer noch einmal den Preis berechnen aber mit geringerer Qualität zum Beispiel der Fronten, die aber sehr ähnlich sind. Dann kommt ein deutlich geringerer Preis am Ende heraus – leider auch mit einer geringeren Qualität und ohne dass der Käufer dies unter Umständen so verstanden hat. Auch hier hat der Verkäufer wieder keinen Euro im Preis nachgelassen.

Bestehen sie daher auf die ausgewählten Fronten und Materialien. 

Was ist eine Blockverrechnung?

Die Händler erhalten von den Küchenherstellern für Küchenblöcke, d.h. der Verbund von mehreren einzelnen Schränken, einen besonderen Rabatt. Ein Küchenblock ist eigentlich in jeder Küche enthalten und der Händler gibt damit nicht seine Marge ab, sondern reicht nur die reduzierten Herstellerpreise durch. 

Anders lässt sich sagen: Die Berechnung der Einzelposten einer Küche ist deutlich überteuert und die in der Preisverhandlung genannten Rabatten entsprechen nicht einem Preisnachlass – lasst Euch nicht davon blenden.

Elektrogeräte herausrechnen?

Wer auf die Idee kommt, dass man sich die Elektrogeräte herausrechnen lassen kann, der wird eine böse Überraschung erleben. Auf meine Frage, was dies einsparen würde, kam als Antwort: so ca. 3.000 Euro. Da einem nie die spezifischen Kosten für die Elektrogeräte wie Geschirrspüler, Backofen etc. genannt werden, kann man die Kosten auch nicht nachvollziehen.

Zu diesen Preisen bekommt man leider nicht mal annähernd die Geräte einzeln gekauft, so dass man eher darauf verzichtet sich die Elektrogeräte „extern“ zu kaufen. Aus Verkäufersicht kaschiert dieser die Elektropreise durch die Intransparenz der Möbelpreise nach unten, damit es für den Kunden nicht attraktiv auf die Elektrogeräte zu verzichten – am Ende hat der Verkäufer natürlich auch auf die Elektrogeräte eine gute Marge.

Unterlagen und Entwürfe mitnehmen? Fehlanzeige

Auf die Rückfrage, ob wir eigentlich Unterlagen mitnehmen könnten, wurde diese verneint und fast alle Verkäufer erklärten, dass sie dies generell nicht mehr machen. Fördert auch nicht gerade die Transparenz. 

 

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