Baum fällen: Kosten & Genehmigung bei der Baumfällung

Baum fällen: Kosten & Genehmigung bei der Baumfällung
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Es ist so weit: das passende Grundstück ist gefunden und die Vorfreude ist groß. Dann fallen bei der genaueren Betrachtung des Grundstückes und dem Fortschreiten der Planung Bäume auf, die so nicht mehr zu der Nutzung und den Grundrissen passen. 

Was nun tun? Was muss bei einer Baumfällung beachtet werden? Und wie hoch sind die Kosten und welche Genehmigungen werden benötigt? Wann darf ich überhaupt fällen?

Baum fällen: Die wichtigsten Punkte

  • Kosten für das Fällen von einem Baum liegen zwischen 400€ und 1.000€
  • Eine Baumfällung zwischen dem 1. März und dem 30. September ist aufgrund der Brut- und Nistzeit von Vögeln verboten
  • Um einen Baum zu fällen muss eine Genehmigung bei der Stadt oder Gemeine eingeholt werden, ansonsten können hohe Geldbußen drohen
  • Es ist ggf. eine Ersatzpflanzung notwendig
  • Bei der Baumfällung ist eine Beauftragung von erfahrenen Gartenbauern aufgrund der möglichen Risiken anzuraten

Kosten in der Übersicht

  • Durchschnittlich liegen die Gesamtkosten mit den oben genannten Punkten bei ca. 400€ bis 1.000€.
  • Eine Baumwurzel roden und entsorgen ca. 70€ bis 100€; bei sehr großen Baumwurzeln deutlich teurer.
  • Zerschneiden von größeren Holzteilen zu Kaminholz: 50€ bis 100€
  • Genehmigung zur Baumfällung: ca. 80€ bis 100€ für die Gebühren.
  • Benötigte Zusatzausrüstung wie Hebebühnen oder Spezialwerkzeug können noch mal deutlich den Preis erhöhen; Hebebühe ab ca. 100€ pro Tag.

Eine tolle Übersicht der Kosten zur Baumfällung bei Helpster:

  Preis je Meter (Holz wird selbst verwertet / Krone durch den Betrieb entsorgt) Preis je Meter (Holz wird vom Betrieb verwertet / Krone selber entsorgt) Kosten, um einen Baum von 20 Meter Höhe zu fällen
Nadelbaum 20 – 30 Meter Höhe in einem Stück fällen 23 – 25€ 10 – 12€ 200€ – 500€
Nadelbaum 20 – 30 Meter Höhe Stückweise fällen  30 – 33€ 15 – 17€ 300 – 660€ 
Laubbaum 20 – 30 Meter Höhe in einem Stück fällen 25 – 27€ 11 – 13€ 220 – 540€
Laubbaum 20 – 30 Meter Höhe Stückweise fällen 37 – 40€ 20 – 22€€ 400 – 800€
Wurzel entfernen 70€
Genehmigung für das Fällen 80 bis 100€

Faktoren, die die Kosten beeinflussen

Die Kosten bei einer Baumfällung hängen von unterschiedlichsten Faktoren ab, wie zum Beispiel:

  • der Baumart (Nadelbäume sind günstiger als Laubbäume),
  • der Art der Fällung (in einem Stück, wenn genügend Platz vorhanden ist, so dass der Baum in einem Stück fallen kann oder stückweise, wenn ein Gärtner den Baum erklettern muss)
  • soll das Holz behalten werden oder kann der fällende Betrieb das Holz verwerten
  • soll die Baumkrone selber entsorgt werden oder übernimmt dies der fällende Betrieb
  • soll die Wurzel auch beseitigt werden
  • die Kosten der Genehmigung zum Bäume fällen
  • ist eine Ausnahmeregelung notwendig, da in der Schon- & Brutzeit eine Fällung erfolgen soll und 
  • ist eine Ersatzpflanzung notwendig?

Es ist sehr ratsam, dass sich unterschiedliche Kostenvoranschläge für Baumfällungen eingeholt werden und ihr dabei auf einen Gartenbauer-Betrieb achtet. Auch wenn es so einfach aussieht, solltet ihr denn noch die Profis ans Werk lassen – dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Sollte aufgrund von bestehendem Altbestand auf einem Grundstück ein Abrissunternehmen engagiert werden, kann dieses ggf. bei kleineren Bäumen auch eine Baumfällung und -entsorgung durchführen. 

Es sollte auf jeden Fall eine entsprechende Genehmigung auch bei nicht geschützten Bäumen eingeholt werden, da ansonsten hohe Geldbußen z.B. in Hamburg zwischen 25.000€ bis 50.000€. 

Einschränkungen beim Baum fällen

Grundsätzlich ist zunächst einmal der Zeitpunkt der Baumfällung entscheidend, denn in dem Zeitraum vom 01. März bis zum 30. September ist Schonzeit und es dürfen aufgrund der Nist- und Brutstätten von einheimischen Vögeln keine Bäume gefällt werden. Wichtig: Von dieser Regelung sind auch große Sträucher und Hecken betroffen. 

Darüberhinaus gilt zumeist die Regelung, dass Einzelbäume (also nicht in einer Reihe oder geschlossenen Gruppe stehend) mit einem Umfang von unter 80cm bzw. einem Durchmesser von unter 25cm (gemessen in 1,30m Höhe), Obstbäume oder das übliche Beschneiden von einer Hecke ausgenommen sind von einer Genehmigungspflicht.

Bestimmte Baumarten sind gesondert geschützt und dürfen nur mit entsprechender Genehmigung des Ortsamtes bzw. der Gemeinde gefällt werden. Hier gibt eine Baumschutzsatzung, auch als Gehölzschutzsatzung oder -verordnung bezeichnet, Klarheit und informiert über Besonderheiten. Die Baumschutzschutzverordnung gilt dabei nicht nur für öffentliche Grundstücke, sondern auch für private Grundstücke.

Genehmigung zur Baumfällung: Wen fragen?

Detaillierte Informationen und eine individuelle Beratung erhaltet ihr entweder im zuständigen Ordnungsamt / Bezirksamt, dem Gartenbauamt oder dem Umweltschutzamt Eurer Gemeinde oder Stadt.

Für eine Genehmigung solltet ihr einen Antrag ausfüllen (Beispiel für Hamburg), eine Lageskizze und Begründung beifügen, sowie ein Foto vom Baum bzw. der Hecke ggf mit den Beschädigungen vom Baum.

TIPP
Suchen Sie die Baumschutzverordnung Ihrer Gemeinde im Internet heraus.

Gartenbauer: Auf jeden Fall mit Profis arbeiten 

Auch wenn das Fällen eines Baumes mit einer Motorsäge sicherlich ein Kindertraum von vielen Männern ist, sollte die Baumfällung, gerade bei größeren Bäumen, einem Profi, d.h. Gartenbauer, überlassen werden.

Ein Gartenbauer kann durch seine Technik und Ausstattung maßgeblich den Fallweg eines Baumes bestimmen und beeinflussen. Dabei ist es gerade in dichtbesiedelten Gegenden wichtig, dass der Baum in die berechnete Richtung fällt, um nicht etwas auf dem Nachbargrundstück gravierende Schäden zu verursachen. 

Eine beliebte Fälltechnik von Gartenbauern ist auch das stufenweise Zerlegen eines Baumes in mehrere Abschnitte, so dass weniger Fläche bei der Fällung benötigt wird.

 

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