Grunderwerbssteuer 2017: Infos zu Höhe, Absetzbar & mehr

Grunderwerbssteuer 2017: Infos zu Höhe, Absetzbar & mehr
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Wie viele andere Bauherren hatten wir am Anfang unserer Planung zunächst vor allem die Kosten für das Grundstück und den Hausbau im Blick. Baunebenkosten wie etwa die Grunderwerbsteuer, Erschließungskosten oder Versicherungen haben jedoch ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf das Budget. 

  • Grunderwerbsteuer iHv. 3,5-6,5% der Gegenleistung
  • Makler, Notar (Eintrag ins Grundbuch), Architekt, Statiker etc.
  • Beantragung der Baugenehmigung
  • Bäume fällen, Boden ausheben, alte Gebäude einreißen,
  • Außenanlagen, Garten, Garage, Carport, Terrasse pflastern etc.
  • Anschlüsse für Wasser, Elektrizität, Abwasser, Gas, Telefon, Internet etc.
  • Versicherungen wie etwa Bauherrenhaftpflicht oder Feuer-Rohbauversicherung

Wir mussten also vor dem Start des Hausbaus eine Menge weiterer Kosten in unseren Finanzierungsplan einbeziehen.

Worauf bezieht sich die Grunderwerbsteuer?

Die Grunderwerbsteuer wird nach dem Grunderwerbsteuergesetz erhoben. Sie wird fällig, sobald der Kaufvertrag über die Immobilie abgeschlossen wurde. Der Notar hat die Pflicht, die beim Finanzamt zu melden.

Es ergeht sodann ein Steuerbescheid. Einen Monat nach Bekanntgabe dieses Bescheides muss der jeweilige Betrag beglichen werden. Dies ist vor allem für Hausbau-Interessierte wichtig, die sich spontan dazu entschließen, eine Immobilie zu erwerben.

Das Budget sollte immer dazu ausreichen, die Kosten für das Grundstück und die Grunderwerbsteuer zu begleichen, denn die Steuer kann nicht gestundet werden. Dies bedeutet, dass sie nicht zu einem späteren Zeitpunkt – selbst wenn der Hausbau erst in fünf Jahren erfolgen soll – gezahlt werden kann. Dies gilt auch, wenn die Parteien vereinbart haben, dass der Kaufpreis erst in einem Jahr entrichtet werden soll. Das Finanzamt möchte sein Geld sehen 😉

Die Höhe der Grunderwerbssteuer

Die Höhe der Grunderwerbsteuer bemisst sich zufolge des Grunderwerbsteuergesetzes nach dem „Wert der Gegenleistung“. Dies bezieht sich vor allem auf Grundstückskaufverträge, die auf der einen Seite die Verpflichtung zur Übereignung des Grundstückes und auf der anderen Seite die Verpflichtung zur Kaufpreiszahlung aufweisen.

Zunächst richtet sich die Grunderwerbsteuer also nach der Höhe des Kaufpreises. Hiervon wird je nach Bundesland ein gewisser Prozentsatz als Abgabe an den Staat fällig. In Hamburg sind dies 4,5%. Der Prozentsatz rangiert jedoch zwischen 3,5% (etwa in Bayern) und 6,5% (beispielsweise in Nordrhein-Westfalen).

Bundesland Steuersatz
Baden-Württemberg 5,0%
Bayern 3,5%
Berlin 6,0%
Brandenburg 6,5%
Bremen 5,0%
Hamburg 4,5%
Hessen 6,0%
Mecklenburg-Vorpommern 5,0%
Niedersachsen 5,0%
Nordrhein-Westfalen 6,5%
Rheinland-Pfalz 5,0%
Saarland 6,5%
Sachsen 3,5%
Sachsen-Anhalt 5,0%
Schleswig-Holstein 6,5%
Thüringen 6,5%

Ist die Lage des Grundstückes für dich also nicht wichtig, lohnt sich der Blick auf Immobilien in Bundesländern, in denen der Steuersatz niedrig ist. Zur Gegenleistung gehört in vielen Fällen nicht nur der Kaufpreis, sondern beispielsweise auch mit dem Grundstückskauf erworbene Grundpfandrechte, andere Grundstücksbelastungen wie Nießbrauchrechte oder die Verpflichtung zur Zahlung des Erbbauzinses.

Wenn ein Grundstück, welches mit einer Hypothek in Höhe von 100.000 Euro belastet ist, beispielsweise für 200.000 Euro verkauft wird, fallen in Hamburg 13.500 Euro Grunderwerbsteuer an. Werden diese beglichen, stellt das Finanzamt eine Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Nur dann erfolgt die Eintragung ins Grundbuch.

Eine Erbschaft-, Umsatz- oder Schenkungssteuer muss übrigens nicht zusätzlich geleistet werden. Eine Doppelbesteuerung findet als nicht statt.

Kannst Du von der Grunderwerbsteuer befreit werden?

In einigen Fällen muss keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden, zum Beispiel wenn die Gegenleistung nicht mehr als 2.500 Euro beträgt, was im Falle von Grundstückskäufen jedoch nicht häufig vorkommen wird.

In zwei Fällen kann die Steuer jedoch abgesetzt werden. Dies ist zunächst möglich, wenn Du die Immobilie vermietest. Außerdem können auch Unternehmer, die die Immobilie gewerblich nutzen, die Abgabe steuerlich geltend machen.

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